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Prüfungen

Derby

Das Derby ist eine reine Anlagenprüfung für Junghunde, die am Prüfungstag nicht älter als 24 Monate sein dürfen. Es soll ermittelt werden, welche natürlichen Anlagen (Nasenleistung, Suche im Feld, Vorstehen, Schnelligkeit und Ausdauer, Gehorsam und Führigkeit) der Hund für die spätere Ausbildung mitbringt. Hasenhetzen und Nachprellen von aufstehendem Federwild werden also noch nicht negativ bewertet. Allerdings darf sich der Hund nicht völlig aus der Hand des Führers begeben und eine Prüfung damit unmöglich machen. Auch die Reaktion auf den Schussknall wird geprüft, um eine Schussempfindlichkeit oder gar Schussscheue frühzeitig zu erkennen.

Auch wenn es sich also beim Derby - wie bei den Jugendsuchen des JGHV - um eine reine Anlagenprüfung handelt, so bedarf es doch einer intensiven Vorbereitung, um den jungen Hund mit der Wildwitterung vertraut zu machen und generell seine dahingehenden Anlagen frühzeitig zu wecken. Als Erstlingsführer ist man gut beraten, sich von erfahrenen Hundeführern unterstützen zu lassen. Der Club ist hier gerne mit Rat und Tat behilflich.

 

Field Trial

Field Trials (wörtlich übersetzt "jagdprüfungen im Feld")  in der klassischen Form sind die ursprünglichste Art der Prüfung von Jagdhunden. Im Stammland der Pointer und Setter, England, werden sie seit über 100 Jahren in dieser Form erfolgreich durchgeführt. Naheliegender Weise wollte man  die jagdliche Eignung der Jagdhunde auf der Jagd testen, also bei der Suche des Wildes und beim Finden und Apportieren frisch erlegten Wildes. Letzteres ist angesichts der Revierverhältnisse und der mangelnden Bereitschaft der meisten Revierinhaber kaum noch möglich. Das  primäre Ziel der Field Trials ist geblieben: die Bestenauslese in der jagdlichen Praxis. Aus desem Grund werden auf unseren Prüfungen Hunde streng und sofort von der Prüfung ausgeschlossen, die Eigenschaften zeigen, welche der Standard nicht toleriert. 

Der English Setter Club veranstaltet Field Trials während der Jagdsaison im Herbst. Beim Abstreichen von gefundenem und vorgestandenem Federwild wird ein Schuss abgegeben. Der Apport wird dabei mit kaltem, in der Deckung ausgelegtem Wild geprüft. Hunde können u.a. dann nicht bestehen, wenn sie Wild hetzen oder verendetes Wild nicht apportieren.

Field Trials können als Solo (es wird in einem Gang immer nur ein Hund geprüft) oder als Paar durchgeführt werden Bei der Paarsuche soll auch das Sekundieren, also das - sekundäre -  Vorstehen eines Hundes beim Anblick des aufgrund einer nasenmäßigen Wahrnehmung von Wild primär vorstehenden Hundes, festgestellt werden. Die FCI Prüfungsordnung schreibt vor, dass ein Hund von der Prüfung auszuschließen ist, der seinem Partner nicht sekundiert, während des Ganges bellt, durch agressives Verhalten seinen Mitbewerber behindert oder selbst nur unzureichend sucht. Eine solche strikte Selektion mag vielleicht für einen Erstlingsführer oder Laien hart erscheinen, sie dient jedoch der für die erfolgreiche Zucht notwendigen Herausstellung solcher Hunde, die zu den Besten ihrer Art gehören. 



Jagdsuche und Jagdmeisterschaft (St. Hubert)

Bei der Jagdsuche wird vom Führer oder von einem Begleiter das vom Hund gefundene Wild erlegt und Apportieren am warmen Wild geprüft, wie es die ursprüngliche Vorstellung verlangte. Besonders hervorzuheben ist die sog. Jagdmeisterschaft (St. Hubert). Hier wird nicht nur das Verhalten des Hundes bewertet sondern das des Gespanns. Die sichere und waidgerechte Jagdausübung stehen dabei im Vordergrund.